SPD stellt Maßnahmenpaket zur Förderung der Inklusion an Schulen vor

Veröffentlicht am 13.06.2018 in Landtagsfraktion

Andreas Stoch: „Jetzt geht es darum, den Entwicklungsprozess zu gestalten, Fehlentwicklungen zu korrigieren und die Inklusion zur schulischen Realität zu machen“

Gerhard Kleinböck: „Inklusion bedeutet den Blick auf alle Kinder zu richten, nicht allein nur auf diejenigen mit sonderpädagogischem Förderbedarf“

Die SPD-Landtagsfraktion will Schulen besser bei der Umsetzung der Inklusion unterstützen und stellt dazu ein Maßnahmenpaket mit zehn konkreten Forderungen an die grün-schwarze Landesregierung vor. „Aktuell ist noch nicht überall wo Inklusion draufsteht, auch gute Praxis drin“, resümiert SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Stoch drei Jahre nach der Schulgesetzänderung und leitet daraus einen politischen Handlungsauftrag ab: „Es muss klare Meilensteine geben, um die Vision der Inklusion zur erfolgreichen Praxis zu machen.“ Spätestens seit Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention 2008 sei allen Beteiligten klar, dass die Inklusion einen konkreten Handlungsauftrag für viele gesellschaftliche Bereiche bedeutet, insbesondere auch für das Bildungssystem. „Die Aufhebung der Sonderschulpflicht war daher rechtlich notwendig, aber auch unter dem Aspekt der umfassenden Teilhabe gesellschaftlich geboten“, erläutert Stoch und ergänzt: „Mit Abschaffung der Sonderschulpflicht wurde der erste Schritt hin zu einem inklusiven Bildungssystem getan. Jetzt geht es darum, den Entwicklungsprozess zu gestalten, Fehlentwicklungen zu korrigieren und die Inklusion zur schulischen Realität zu machen.“ Stoch beschreibt dabei die Inklusion als einen Entwicklungsprozess, der nicht nur Strukturen berührt, sondern von allen Offenheit für die Unterschiedlichkeit erfordert. „Viele Schulen leisten hervorragende Arbeit – ihnen gebührt unsere Anerkennung und großer Dank“, lobt der SPD-Fraktionsvorsitzende den Einsatz der Lehrkräfte und Schulleitungen. Der unverblümte Blick in den Schulalltag zeige jedoch auch, dass noch zu oft Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Der Maßnahmenkatalog der SPD-Landtagsfraktion setzt daher an den praktischen Herausforderungen des Schulalltags an. Zentral ist dabei aus Sicht des schulpolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion, Gerhard Kleinböck, die angemessene Versorgung der Schulen mit sonderpädagogischen Fachkräften, die die SPD mit einem Stufenmodell erreichen will. „Dazu gehört für uns auch ein passgenaues Fortbildungsangebot und eine verbesserte Ressourcenausstattung bei den Schulleitungen“, führt Kleinböck aus. Ziel müssten die konsequente Umsetzung des Zwei-Pädagogen-Prinzips und der Aufbau von multiprofessionellen Teams sein. Die Anzahl der Studienplätze für Sonderpädagogik sowie der Weiterbildungslehrgänge müssten entsprechend erhöht werden. „Über diese offensichtlichen Forderungen hinaus sehen wir insbesondere in der Erstellung von Inklusionsentwicklungsplänen einen wichtigen Baustein für erfolgreiche Inklusion“, ergänzt Stoch eine weitere wesentliche Komponente des Maßnahmenkatalogs. In Inklusionsentwicklungsplänen sollen die Schulen für die Zukunft darlegen, wie sie mit der steigenden Heterogenität in den Klassenzimmern umgehen wollen und welche Ressourcen sie dazu brauchen. „Inklusion bedeutet den Blick auf alle Kinder zu richten, nicht allein nur auf diejenigen mit sonderpädagogischem Förderbedarf“, erläutert Kleinböck den erweiterten Inklusionsbegriff der SPD und unterstreicht, dass sich dieser Auftrag an alle Schularten gleichermaßen richte. Längst seien die Herausforderungen an den Schulen so vielschichtig, dass es zur Unterstützung der Lehrkräfte auch andere Expertise brauche. In einem Schulversuch sollen sich nach Vorstellung der SPD-Landtagfraktion zunächst 44 Schulen mit einem zusätzlichen Personalbudget in Höhe von 100.000 bis 200.000 Euro je nach Schulgröße ein multiprofessionelles Team zusammenstellen können, dass den Bedarfen vor Ort gewachsen ist.

 

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